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3D-Druck Mit Beispielrechnung

3D-Druck-Kosten berechnenFilament, Strom, Abschreibung, Fehldrucke und Arbeitszeit

Der Slicer sagt „85 Gramm“ – und viele rechnen damit weiter. Tatsächlich ist das Material der kleinste Posten. Diese Seite zeigt die vollständige Rechnung, an einem durchgerechneten Beispiel.

Warum die meisten zu billig verkaufen

Wer anfängt, Drucke zu verkaufen, rechnet fast immer so: Spule 20 €, Bauteil 85 Gramm, macht 1,70 € Material – „dann nehme ich mal 5 €, ist ja noch Gewinn drin.“ Diese Rechnung geht so lange auf, bis der erste Drucker ersetzt werden muss, bis die Stromrechnung kommt, oder bis auffällt, dass jeder verkaufte Druck eine halbe Stunde Arbeit gekostet hat.

Eine belastbare Kalkulation besteht aus sechs Posten. Fünf davon werden regelmäßig vergessen.

Die sechs Kostenblöcke

1

Material. Gewicht aus dem Slicer, geteilt durch das Spulengewicht, mal Einkaufspreis der Spule. Wichtig: der Preis der konkreten Spule, nicht ein Durchschnitt – zwischen günstigem PLA und Spezialfilament liegt schnell der Faktor drei.

2

Strom. Durchschnittliche Leistungsaufnahme mal Druckzeit mal Strompreis. Nicht die Anschlussleistung verwenden: Ein Drucker zieht beim Aufheizen kurz 200–300 W, im laufenden Druck meist nur 60–150 W.

3

Abschreibung. Anschaffungspreis plus erwartete Wartung, geteilt durch die geschätzte Lebensdauer in Betriebsstunden. Düsen, Riemen, Lüfter und PTFE-Schläuche sind Verschleiß und gehören hier hinein.

4

Fehldrucke. Der Posten, der am häufigsten fehlt. Jeder Abbruch kostet Material und Zeit, und der Kunde zahlt nur den gelungenen Druck. Wird als Prozentsatz auf die Herstellkosten umgelegt.

5

Arbeitszeit. Slicen, Bett vorbereiten, Stützen entfernen, schleifen, verpacken. Zehn Minuten je Teil sind schnell erreicht – und meist teurer als das Filament.

6

Zubehör und Aufschlag. Schrauben, Magnete, Inserts, Verpackung, dazu der Aufschlag, der Risiko, Verwaltung und Gewinn abdeckt.

Beispielrechnung: ein Bauteil, 6 Stunden Druckzeit

Angenommen: PLA-Spule mit 1 kg für 20 €, Bauteil mit 85 g, 6 Stunden Druckzeit, Drucker mit 120 W durchschnittlicher Leistungsaufnahme, Strompreis 0,35 €/kWh, Drucker für 500 € mit 2.000 Stunden angenommener Lebensdauer, Fehlerquote 10 %, 10 Minuten Nacharbeit bei einem Stundensatz von 30 €, Aufschlag 30 %.

Material. 85 g ÷ 1.000 g × 20 € = 1,70 €

Strom. 120 W × 6 h = 0,72 kWh × 0,35 € = 0,25 €

Abschreibung. 500 € ÷ 2.000 h = 0,25 €/h × 6 h = 1,50 €

Zwischensumme Herstellkosten: 1,70 + 0,25 + 1,50 = 3,45 €

Fehlerrate 10 %. 3,45 € ÷ 0,9 = 3,83 €

Nacharbeit. 10 min bei 30 €/h = 5,00 €

Summe vor Aufschlag: 3,83 + 5,00 = 8,83 €

Aufschlag 30 %: 8,83 € × 1,3 = 11,48 €

Das Ergebnis: rund 11,50 € statt der gefühlten 5 €. Das Filament macht davon 1,70 € aus – etwa 15 % des Verkaufspreises. Wer nach „Material plus Gefühl“ kalkuliert, arbeitet in aller Regel unter seinen Kosten.

Alle Werte sind Beispielannahmen. Strompreis, Stundensatz, Lebensdauer und Fehlerquote unterscheiden sich erheblich – die Rechnung wird erst dann brauchbar, wenn die eigenen Zahlen eingesetzt werden. Die Kalkulation erfolgt netto; Umsatzsteuer kommt je nach steuerlicher Einordnung am Ende dazu.

Vier Fehler, die die Rechnung kaputt machen

Die eigene Arbeitszeit wird verschenkt. „Das mache ich ja nebenbei“ funktioniert als Hobby, nicht als Gewerbe. Sobald Termine zugesagt werden, ist es Arbeit – und die gehört in die Kalkulation.

Der Drucker gilt als kostenlos, weil er schon da ist. Er ist schon da, weil er einmal Geld gekostet hat, und er wird wieder Geld kosten. Ohne Abschreibung finanziert der Nachfolger sich nicht selbst.

Fehldrucke werden nicht gezählt. Wer die Quote nicht kennt, kann sie nicht einrechnen. Ein paar Wochen mitzählen genügt, um von der Schätzung zur Zahl zu kommen.

Restmengen werden ignoriert. Die letzten 40 Gramm einer Spule reichen für kaum ein Teil und landen oft im Müll. Wer mit dem vollen Spulengewicht rechnet, kalkuliert diesen Rest nie mit ein.

Wenn die Rechnung mitlaufen soll: 3D PrintBase

Für ein einzelnes Teil genügt ein Taschenrechner. Sobald mehrere Drucker, ein Dutzend Spulen und laufende Aufträge dazukommen, wird es unübersichtlich – vor allem, weil sich der Materialbestand mit jedem Druck ändert. 3D PrintBase ist eine Windows-Anwendung, die Filamentbestand, Druckaufträge und Kalkulation zusammenführt. Sie läuft vollständig lokal, speichert in einer SQLite-Datenbank auf dem eigenen Rechner, ohne Cloud und ohne Abo.

Drucker mit Kaufpreis und Betriebskosten anlegen – Grundlage für die Abschreibung je Druckstunde.

Strompreis, Arbeitskosten und Steuersatz zentral in den Einstellungen hinterlegen, statt sie bei jedem Teil neu einzutippen.

Jede Spule einzeln erfassen mit Gewicht, Material, Farbe und Kaufpreis. Beim Abschluss eines Auftrags reduziert sich das Restgewicht automatisch – damit stimmt der Bestand ohne Nachpflege.

Produkte mit Materialbedarf, Druckzeit und Stückliste inklusive Zubehör wie Schrauben oder Magneten.

Verkaufspreis mit Fehlerrate und Aufschlag automatisch berechnen – genau die Rechnung von oben, nur ohne Taschenrechner.

Fehldrucke werden erfasst statt geschätzt. Jede STL-Position lässt sich auf „Druckt“, „Fertig“ oder „Fehlerhaft“ setzen; bei einem Fehldruck wird nur das verbrauchte Filament abgebucht, das Zubehör bleibt im Bestand. Die Fehldruckquote pro Drucker steht anschließend im Report.

Reports zu Umsatz, Materialkosten und Fehldruckquote mit CSV-Export – damit die Annahmen der Kalkulation über die Zeit durch echte Zahlen ersetzt werden.

Lagerwarnungen, sobald eine Filamentart zur Neige geht.

30 Tage kostenlos testen: 3D PrintBase lässt sich über den Microsoft Store herunterladen und einen Monat lang in vollem Umfang ausprobieren, ohne Zahlungsdaten. Erst danach wird die App erworben – einmalig 49 €, ohne Abo, alle künftigen Updates inklusive.

Einmalig 49,00 € – Endpreis im Microsoft Store, inklusive der im jeweiligen Land geltenden Steuer. Läuft unter Windows 10 und 11, Oberfläche auf Deutsch und Englisch.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Materialkosten eines 3D-Drucks?

Über das Gewicht, nicht über die Länge. Der Slicer gibt für jedes Bauteil das benötigte Filamentgewicht aus. Dieses Gewicht wird ins Verhältnis zum Spulengewicht gesetzt und mit dem Kaufpreis der Spule multipliziert. Beispiel: ein Bauteil mit 85 Gramm aus einer Ein-Kilo-Spule für 20 Euro kostet 85 geteilt durch 1000 mal 20 Euro, also 1,70 Euro Material. Wichtig ist, den tatsächlichen Einkaufspreis der konkreten Spule zu verwenden, nicht einen Durchschnittswert.

Wie viel Strom verbraucht ein 3D-Drucker?

Deutlich weniger, als die Anschlussleistung vermuten lässt. Ein üblicher FDM-Drucker zieht beim Aufheizen kurzzeitig 200 bis 300 Watt, im laufenden Druck aber meist nur 60 bis 150 Watt, weil Heizbett und Hotend nur nachregeln. Für die Kalkulation nimmt man die durchschnittliche Leistungsaufnahme, multipliziert sie mit der Druckzeit und dem eigenen Strompreis. Bei 120 Watt über 6 Stunden sind das 0,72 Kilowattstunden – bei 35 Cent je Kilowattstunde rund 25 Cent.

Muss ich die Abschreibung des Druckers einrechnen?

Wer verkauft, ja. Ein Drucker ist ein Verschleißteil: Düsen, Riemen, Lüfter, PTFE-Schläuche und irgendwann das Gerät selbst. Üblich ist, den Anschaffungspreis zuzüglich erwarteter Wartungskosten durch die geschätzte Lebensdauer in Betriebsstunden zu teilen. Bei 500 Euro Anschaffung und 2.000 angenommenen Betriebsstunden ergibt das 25 Cent je Druckstunde. Für rein private Drucke kann man den Posten weglassen – dann darf man aber auch nicht überrascht sein, wenn der Ersatzdrucker aus der eigenen Tasche kommt.

Wie berücksichtige ich Fehldrucke in der Kalkulation?

Über eine Fehlerrate, die auf die Herstellkosten aufgeschlagen wird. Bei einer Fehlerquote von 10 Prozent werden die Kosten durch 0,9 geteilt – aus 3,45 Euro werden so 3,83 Euro. Wer die Quote nicht schätzen will, sollte sie messen: Fehldrucke pro Drucker über einige Wochen mitzählen. Erfahrungsgemäß liegt sie je nach Material und Geometrie zwischen 3 und 15 Prozent und ist bei großen oder filigranen Teilen deutlich höher.

Was kostet ein 3D-Druck typischerweise wirklich?

Ein Vielfaches des Materialpreises. In der Beispielrechnung auf dieser Seite kostet ein Bauteil 1,70 Euro an Filament – vollständig kalkuliert mit Strom, Abschreibung, Fehlerrate, Nacharbeit und Aufschlag liegt der Verkaufspreis bei rund 11,50 Euro. Der Materialpreis macht also nur etwa 15 Prozent aus. Wer nach Materialkosten plus Gefühl kalkuliert, arbeitet in aller Regel unter seinen Kosten.

Muss ich als Kleingewerbe Umsatzsteuer auf 3D-Drucke berechnen?

Das hängt davon ab, ob die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch genommen wird. Wer sie nutzt, weist keine Umsatzsteuer aus, darf im Gegenzug aber auch keine Vorsteuer aus dem Einkauf von Filament und Geräten ziehen. Wer regelbesteuert ist, schlägt die Umsatzsteuer auf den Nettopreis auf. In beiden Fällen sollte die Kalkulation auf Nettobasis erfolgen und die Steuer erst am Ende aufgeschlagen werden. Für die konkrete Einordnung ist eine Steuerberatung zuständig.

Diese Seite gibt einen praxisorientierten Überblick nach bestem Wissen und ersetzt keine Steuerberatung. Für die steuerliche Behandlung von Einnahmen aus 3D-Druck wenden Sie sich bitte an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.

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